Herrentorte: die Rückkehr – „Nanu!“ so wird man es die nächsten Minuten aus deutschen Büros, steuerlich absetzbaren Arbeitszimmern und web 2.0-geschwängerten Kaffeeausschankstätten mit kostenfreiem WLAN schallen hören. Ja, meine sehr verehrten Leser (m/w), wir haben einen Kuchen ein zweites Mal getestet. Aber aus gutem Grund. Sie haben sicherlich gelesen, was Frau Holofernes über die Bild-Zeitung geschrieben hat*: „Kein augenzwinkernd zu betrachtendes Trash-Kulturgut“, „keine witzige soziale Referenz“, „kein Lifestyle-Zitat“ und „kein hassgeliebtes, aber weitestgehend harmloses Inventar eines eigentlich viel schlauern Deutschlands.“ Das klingt zwar nicht nach Bild, ABER NACH UNS! Und deshalb begeben wir uns heute, sozusagen als redaktioneller Austauschschüler, auch mal in den sozialkritisch wallraffesken Inventarjournalismus. Bekommen minderwertige, nee minderbemittelte, …??? … minderjährige (so jetzetle) Kinder Alkohol an den Tanken der Bundesrepublik? Bitte, damit kann sich Günther Jauch sein Abziehbild bei SternTV beschäftigen. Wir gehen Fragen nach, die Deutschland wirklich beschäftigen. Wir gehen dort hin, wo´s wirklich weh tut.
Bekommt eine junge Frau eine Herrentorte?
Hier ein schonungsloser Bericht:
Stuttgart. Wir schickten eine Lockvogelin in eine zufällig gecastete Bäckerei mit dem Auftrag, nach einer Herrentorte zu verlangen. Und tatsächlich. Ihr wurde ohne weitere Rückfragen die Herrentorte ausgehändigt. Sogar mit einem freundlichen Lächeln! Wo ist da der Gleichstellungsbeauftragte! Aber es geht noch weiter. Wie die K&K Monarchie in ihrem Artikel vom 21. Januar diesen Jahres beschreibt, gibt es kein einheitliches Rezept für Herrentorte. Der Begriff Herrentorte wird lediglich verwendet, da sich die Torten durch einen statistisch signifikant höheren Kakao-, bzw. Bitterschokoladeanteil auszeichnen, was eher dem männlichen Geschlecht zusagt, während die Damen eher zu süßem Fruchtkuchen tendieren. Aber unserer Dame in der Runde hat die Herrentorte dennoch gemundet. Verwundert (positiv) waren wir jedoch, dass sich innerhalb von nur knapp zwei Monaten das Rezept der Herrentorte beim Versuchsbäcker intern geändert hat. Plötzlich fanden sich köstlich herbe Schokoschichten zwischen den bisher bekannten Marzipanstreifen. Doch damit nicht genug – kleine Schokosplitter waren ebenfalls eingearbeitet. Musste man nachrüsten? Drückt China in den Herrentortenmarkt? Was weiß Wikileaks darüber? Und machen die neuen Querstreifen nicht nur optisch dick? Das gilt es nun, in einer Langzeitstudie herauszufinden. Wir bleiben am Ball.
* Aus aktuellem Anlass - Die Quellenangabe: